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Fachkompetenz als Veränderungskiller (2)

Ich brauchte erst ein wenig, bis ich es verstand. Dann aber ist mir dieses «Phänomen» immer wieder begegnet und heute bin ich überzeugt: Fachkompetenz kann für manche Menschen zum Veränderungskiller werden ...


Fachkompetenz wird allgemein geschätzt: von Kunden, in Teams und natürlich schon zu Beginn einer Zusammenarbeit, also während dem Bewerbungsprozess. Soweit ist das natürlich in Ordnung.

Es gibt jedoch Menschen, für die die Fachkompetenz eine fast schon unnatürliche Bedeutung gewinnt. Das sind solche, die beim Weiterentwickeln ihrer Kompetenzen etwas in Schieflage geraten, weil sie NUR auf die Fachkompetenz setzen. Aus ihrer Fachkompetenz gewinnen sie Sicherheit - das ist noch verständlich, wenn vieles um einen herum immer komplexer wird. Sie versuchen vielleicht auch, sich durch die Fachkompetenz unabkömmlich oder unantastbar zu machen. Und wenn das immer so weitergeht oder sogar klappt, verschanzen sie sich eines Tages sprichwörtlich hinter ihrer Fachkompetenz. Auch im Team geraten sie dann in eine Ecke, aus der sie kaum noch herausfinden. Eigen- und Fremdbild stimmen oft nicht mehr überein. Wenn es extrem wird, agieren sie wie in einer Art Verteidigungsmodus. Nicht nur dann, aber spätestens dann, verhindert das Klammern an die Fachkompetenz das Offen sein für Veränderungen. Und so geht die Negativ-Spirale weiter - abwärts.

Schade, wenn nicht sogar tragisch! Denn längst sind kommunikative Fähigkeiten gefragt, das ist nicht neu. Sozial kompetentes Verhalten entscheidet darüber, ob Fachkompetenz ihre Wirkung überhaupt ideal entfalten kann.

Wie ist Ihr Team zusammengestellt? Wer neigt dort vielleicht zu dem oben beschriebenen Verhalten? Haben Sie diese Entwicklung schon angesprochen? Tun Sie es, denn «den Spiegel vorhalten» ist ganz wichtig, damit eine Korrektur noch rechtzeitig startet.

Ermutigende Grüsse aus dem Head Office für wertschätzendes, konsequentes und innovatives Führen.

 

Jörg Neumann

joerg@nzp.ch


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