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Der CEO soll das endlich mal entscheiden

Diese Forderung höre ich in Firmen immer wieder. Die, die es fordern, sollten dafür aber nicht immer Applaus ernten …


Konflikte sind häufig im Spiel, wenn in einer Firma gefordert wird: «Das soll nun endlich mal der CEO entscheiden.» Klar, ein CEO hat die Befugnis und oberflächlich betrachtet ist mit einem CEO-Entscheid ein Konflikt auch ein Stück weit vom Tisch. Dies verdeckt an vielen Orten allerdings grosse Handlungsfelder – oder Schwächen:

  • Die Geschäftsleitungsmitglieder, in deren Ressorts die Entscheidung fällt, können also keine gemeinsame Entscheidung herbeiführen. Will niemand zurückstecken? Geht niemand auf die anderen zu?
  • Oft entscheiden sie auch nicht, um sich nicht «aus dem Fenster zu lehnen». Ist das ein Wegducken zum falschen Zeitpunkt?
  • Selbst ein CEO-Entscheid verliert rasch an Wirkung, wenn Teams oder Bereiche diesen nicht verstehen oder - warum auch immer - ablehnen. Danach kann die Umsetzung endlos dauern oder sehr zäh daherkommen.

Ein Dilemma. Glücklicherweise entscheiden viele CEOs nicht überhastet, sondern pochen darauf, dass diejenigen die Verantwortung für Entscheidungen übernehmen, die dafür eben auch in der Verantwortung sind. Wie rasch oder regelmässig das gelingt, hängt übrigens eng mit der gelebten Unternehmens- und Führungskultur zusammen. Dabei kommt vielerorts ein weiteres merkwürdiges Phänomen auf: Obwohl Entscheidungen getroffen wurden, tauchen viele Themen erneut auf der Agenda von Geschäftsleitungen auf. Wie hinderlich das sein kann und was dazu führt, darüber schreibe ich in ein paar Wochen.

Hier noch ein kleiner Do-how-Tipp für CEOs: Wenn Sie eine so intensiv geforderte Entscheidung treffen, sollten Sie diese unbedingt ausführlich und genau begründen. Sonst haben Sie innerhalb von Stunden mehr Streit als vorher. Empowerment fördernde Grüsse!

Jörg Neumann

joerg@nzp.ch


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